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Lehrer
| Die Neue
Menschheit I Feiertagsrede des Meisters, gehalten am 19.August
1920
in Veliko Tarnovo
Thema meines Vortrags ist die Neue Menschheit. Diese Frage werde
ich von einem neuen Standpunkt aus betrachten.
Das Neue in der Welt ist die aufgehende Sonne, das Alte - die untergehende
Sonne. In der Natur ist das ein Gesetz. Nicht nur ich kenne dieses
Gesetz, sondern auch jede Mutter und jeder Vater.
Wenn ein junges Mädchen und ein junger Bursche
eine Familie gründen, dann ist das erste Kind, das in ihrem
Haus geboren wird, die aufgehende Sonne, die Hoffnung
für ihre Zukunft. Wenn uns das Neue wie ein Bubenstreich vorkommt,
der die Gesellschaft und die ganze Menschheit durcheinander bringt,
so haben wir eine falsche Vorstellung von den großen Prinzipien,
die in der lebendigen Natur wirken. Mit dieser Meinung bräuchten
wir keine Kinder, die ihren Eltern nur Unglück bringen. Wie
viele Tage, wie viele Nächte haben die Mütter für
dieses neue Kind, das noch nicht
sprechen kann, für diese neue Idee, ohne Ruhe und Schlaf verbracht?
Zunächst ist diese neue Idee noch unklar, aber die Mutter kann
die Sprache des neuen Lebewesens, des kleinen Kindes verstehen,
denn sie hört zu und begreift.
In einer Gesellschaft, in einem Volk gibt es ebenfalls
Leute mit empfindlichen Seelen, in denen das Bewusstsein entwickelt
ist und das Herz auf einer höheren Stufe steht. Sie greifen
die neue Idee auf, deren Kinder und Träger sie sind. Menschen
von Heute
aber, die die Träger dieser neuen Idee nicht verstehen, sagen:
"Diese Leute sind Anarchisten, Kommunisten, Häretiker,
Sektierer usw." Doch das sind nur Namen ohne Sinn. Wenn wir
so denken, dann frage ich, wo ist der Unterschied zwischen einem
Kommunisten, der mit seinen Ansichten lebt, einem anderen, der mit
seinen alten Ansichten und einem Dritten, der mit seinen neuen Vorstellungen
lebt? Der Unterschied liegt darin, dass derjenige, der mit neuen
Ideen lebt, fühlt, wie sie ihm Schwung, Energie, Leben und
Entwicklung geben. Der andere aber, der mit alten Ideen lebt, fühlt
sich alt, die Kräfte verlassen ihn, er erschlafft, hat Angst
vor der Zukunft, denkt an sein Alter und deshalb möchte er
reich werden, versichert sich in verschiedenen Banken, in
verschiedenen Gesellschaften. Dazu sage ich: Das sind alte Leute,
das ist der Tod, das sind die Friedhöfe der Menschheit. Friedhöfe
aber bringen der Menschheit keine neue Idee, sondern schaffen nur
Leid und Elend in der Welt! Dort, auf Friedhöfen, liegen sowohl
Könige, als auch Pfarrer, Prediger, Musiker und Dichter - und
immer wegen ihrer Sünden. Fragt ihr mich, warum die Leute sterben,
werde ich euch antworten: Die Leute sterben an ihren alten Ideen.
Wie soll die Menschheit dann auferstehen? Ich antworte:
werdet jung, werdet Träger der Neuen Göttlichen Lehre,
die das Emblem der Bruderschaft ist. Worin aber besteht die Bruderschaft?
Wer sich dein Bruder nennt, muss bereit sein, sein Leben, seinen
Besitz, seine Ehre - alles für dich zu geben. Wenn ein großes
Volk die Ideen dieser Bruderschaft begreift, muss es bereit sein,
alles für diese Ideen zu opfern. Opfert es nicht, so gibt es
dort keine Bruderschaft, keine Standesgleichheit. Wenn jemand die
große Idee von der Existenz eines Herrn predigt, aber nicht
sein Leben, Besitz und Ehre für ihn hingibt, so hat er die
Große Lehre des Lebens nicht verstanden. Das versteht
man unter Bruderschaft und Standesgleichheit, das hat Christus gepredigt.
Kehren wir zurück, wenden wir die Lehre Christi
an, denn in ihr liegt die Errettung der Welt. Was hat Christus gelehrt,
was hat er gepredigt? - Er hat die große Idee von der Neuen
Menschheit gelehrt. Wodurch zeichnet sich der Mensch der Neuen Menschheit
aus? Die hebräischen Propheten sagten als Hellsichtige schon
vor zweitausend Jahren, dass der Herr neue, aus Fleisch gemachte
Herzen schaffen und in ihnen seinen Geist ansiedeln wird, und Gross
und Klein werden ihn erkennen. Deshalb wird niemand die Frage stellen,
ob es einen Herrn gibt oder nicht. Jeder wird unter seinem Feigenbaum
stehen, ohne sich zu fürchten. Unter allen wird Friede und
Liebe herrschen, sie werden ihre Waffen in Werkzeuge und Pflüge
verwandeln, und sie werden sich nicht bekriegen. Kriege werden
abgeschafft.
Christus hat zwei Prinzipien, d.h. die neue und
die alte Menschheit, in folgendem Verhältnis aufgestellt:
Der vernünftige Mensch, der den Sinn des Lebens verstanden
hat, hat sein Haus auf einem Fels gebaut. Flüsse und Winde
kamen, aber sie konnten ihm nichts anhaben. Unter "Fels"
versteht man die fundamentalen Prinzipien der lebendigen Natur.
Der unvernünftige Mensch aber, der den Sinn des Lebens nicht
verstanden hat, hat sein Haus auf Sand gebaut. Doch es kamen Flüsse,
Winde und Stürme, und zerstörten es. Flüsse
und Stürme, das sind jene Leute, die ohne Prinzipien leben.
Sie verursachen Störungen im öffentlichen Leben und sie
sind es auch, die das Haus, das auf sandigem Grund gebaut ist, zerstören.
Folglich basieren diese zwei Kulturen - die alte und neue - auf
zwei
Grundprinzipen. Die gegenwärtige alte Menschheit dient noch
ihrem Egoismus und in diesem Sinne kann es keine Bruderschaft geben.
Die Neue Menschheit aber dient dem
Altruismus, während dem Egoismus bestimmt ist, ein Diener der
Menschheit zu werden.
Folglich erfassen die neuen Ideen nicht nur das
Wohl des einzelnen Menschen oder der Gesellschaft, sondern das Wohl
aller vernünftigen Lebewesen. Unter vernünftigen Lebewesen
verstehe ich alle Lebewesen an sich, denn es gibt kein Lebewesen,
das nicht
vernünftig ist.
Wenn ihr taub seid und nicht hört, was euch jemand sagt, dann
fragt euch nicht, warum ihr diesen Menschen nicht verstehen könnt
und wo der Fehler liegt. Der Fehler liegt nicht bei dem, der spricht,
sondern bei dem, dessen Ohr nichts gehört hat um zu verstehen,
was gesagt wurde. Da kommt ein Blinder und als solcher kann er die
Welt nicht erfassen. Doch die Welt ist nicht dunkel, nur die Gefühle
dieses Menschen sind unentwickelt. Also braucht die heutige Gesellschaft
eine Entwicklung der Gefühle dieser. Und diese
Gesellschaft entwickelt sich jetzt nach einem großen Gesetz.
Auch die Natur ist heute nicht mehr so wie vor
Millionen Jahren. Alle Hundertmillionen Jahre kommt es in der Natur
zu einem großen Umbruch. Wenn ich euch frage, seit wie vielen
Millionen Jahren unser Sonnensystem existiert, werdet ihr mir sagen,
dass
einige der heutigen Gelehrte ihm hundert Millionen Jahre geben,
andere - zweihundert Millionen, dritte - fünfhundert Millionen
usw. Die okkulte Wissenschaft besagt, dass seit der Schöpfung
unseres Sonnensystems bis heute zweihundertundfünfzig Milliarden
Jahre
vergangen sind. Das sind Angaben, die weder bewiesen werden können,
noch kann man ihnen widersprechen - das sind nur Behauptungen.
Dinge kann man nur unter bestimmten Voraussetzungen
beweisen, wenn wir bestimmte Axiome und Maxime annehmen. Aber um
überhaupt eine Wahrheit zu verstehen, benötigt man gewisse
Angaben. In der Welt gibt es leider nur wenig bewiesene Wahrheiten.
Versucht zum Beispiel die euch nahe stehende Idee zu beweisen, ob
der Mensch eine Seele hat oder nicht. Ich sage euch: Die Hälfte
der jetzigen Intelligenz verwirft diese Idee und die andere Hälfte
bejaht sie, doch sowohl die einen wie auch die anderen können
sie nicht beweisen oder verwerfen. Wenn wir jemanden fragen, ob
es eine Seele gibt und welche Form sie hat, so wird er sagen: "Es
gibt eine Seele, aber welche Form sie hat, weiß ich nicht."
Wir können nur Dinge beweisen, die Form, Inhalt und Sinn haben,
aber Dinge, die ohne Form, Inhalt und Sinn sind, können wir
weder beweisen, noch verwerfen. Ich rede hier von einer Idee, die
eurer Seele nahe liegt. Mit Idee seid ihr auf die Welt gekommen.
Ihr habt gewisse Ideale, Bestrebungen und Sehnsüchte, aber
sie drücken sich auf verschiedene Weise aus. Und jeder von
euch hat seine eigenen Bestrebungen. Der
junge Mann z.B. sucht seine Herzallerliebste. Der alte Mann wird
sagen: "Das ist Unsinn, einst machte ich das Gleiche, aber
jetzt brauche ich keine Jungfrau." Doch für den jungen
gilt das nicht. Er schläft ganze Nächte nicht, steht früh
auf, geht hier- und dorthin, sucht
seine Jungfrau mit den schwarzen Augen. Die Mutter wundert sich,
was mit ihrem Sohn los ist, der Vater auch. Der Sohn sagt: "Es
ist die neue Idee, die mir neues Leben bringen wird und sie suche
ich." Wer hat Recht - der junge, oder der alte Mann? Ich sage
euch:
der junge. Eines Tages kam ein Fuchs zu einem Apfelbaum und sah
hoch auf einem Ast ein Stück guten Käse hängen. Er
betrachtete ihn, ging davon und meinte, es tauge nichts. Warum?
Weil der Käse weit weg war und er ihn nicht erreichen konnte.
Aber wenn er
unten, in seiner Reichweite gehangen hätte, würde er sagen,
dass es keinen besseren Käse als diesen gäbe.
Hier und da gibt es für die Neue Menschheit
Andeutungen im Neuen Testament und der Offenbarung. Der Evangelist
Johannes hat schon vor zweitausend Jahren eine schwangere Frau mit
dieser großen Idee - der Neuen Menschheit - gesehen. Er bestimmte
die Zahl der Auserkorenen, Träger dieser Idee, auf 144 000.
Wenn ihr die Zahlen 1 plus 4 plus 4 addiert, ist das gleich 9. Die
Zahl 9 ist Ergebnis einer Entwicklung
von Menschen, die alle positiven, edelmütigen Tugenden haben.
Mancher wird meinen, dass diese 144 000 oben im Himmel sind.
Nein, diese Leute sind jetzt hier, auf der Erde,
sie sind schon auf die Erde gekommen und haben sich unter den kultivierten
Leuten inkarniert. Einige von ihnen sind Schriftsteller, andere
- Dichter und Gelehrte, und alle treiben die Menschheit auf dem
Weg zur neuen
Idee, zum Göttlichen voran.
Sie sind Feinde jener Dunkelheit, jener Fesseln,
die die Menschheit in Bann halten. Und ihnen verdankt man diese
Unruhe, diesen großen bevorstehenden Umschwung;
sie werden diese Welt auf den Kopf stellen. Haltet das nicht für
ein schlechtes Zeichen. Wenn ein Mensch viel Wasser trinkt und sich
verschluckt, gibt es bei den Bulgaren den Brauch, ihn auf den Kopf
zu stellen, damit er das geschluckte Wasser erbricht. Auch die
heutigen kulturellen Menschen haben viel schmutziges Wasser getrunken,
deshalb muss man sie mit dem Kopf nach unten kehren, damit das Wasser
ausfließt. Nachdem alles Schmutzige heraus ist, werden sie
wieder mit dem Kopf nach oben gekehrt und das Neue Leben wird beginnen.
Einige von euch könnten meinen: "Was interessiert uns
die Neue Menschheit bei den heutigen Leiden." Aber man muss
wissen, dass die Leiden eine Notwendigkeit zur
Entwicklung des Menschen sind. Erst jetzt, in diesem Zeitalter,
begannen wir zu leiden und sind empfindlicher geworden. Und wirklich,
die heutigen Menschen leiden mehr, aber diese Leiden sind etwas
Edelmütiges und sie werden die Gesellschaft organisieren. Macht
nicht jede schwangere Mutter gewisse Leiden, gewisse Erlebnisse
durch? Sie leidet,
bis das Kind in ihrem Schoß geformt wird, aber nachdem es
geboren wird, befreit sie sich von allen Leiden. Folglich zeigt
das Leiden, dass wir mit einer hohen göttlichen Idee schwanger
sind, und wenn das Kind zur Welt kommt und wir wie die Mutter bereit
sind, alle Qualen auf uns zu nehmen, wird das Leid verschwinden
und die Freude kommen.
Oft fügen wir uns selbst die Leiden zu. Als
Beispiel werde ich euch eine Anekdote aus dem bulgarischen Leben
anführen: Ein Bauer ass gern Eier und suchte oft eine Möglichkeit,
welche zu essen. Aber es gelang ihm nicht, denn seine Frau war sehr
geizig. Sie war groß und stark, und wenn ihr Mann wagte, ohne
ihr Wissen ein, zwei Eier zu essen, verprügelte sie ihn. Eines
Tages verlor sie das Bewusstsein und starb. Der Bauer
sagte sich: "Gott sei Dank, jetzt kann ich in Ruhe Eier essen
ohne verprügelt zu werden." Er nahm sieben Eier und vergrub
sie in der Glut des Herdes. Zur selben Zeit kamen mehrere Bauersfrauen,
Nachbarinnen, um mit ihm zu trauern. Als er ihre Schritte vernahm,
erschrak er und vergaß, dass seine Frau gestorben war. Damit
er nicht geschlagen wird, nahm er die Eier aus der Glut und steckte
sie eilends in seinen Busen. Die Bäuerinnen sagten ihm: "
Grosses Feuer flackert in deinem Haus." " Ja, es ist ein
großes Feuer, aber das, was an meiner Brust, an meinem Busen
flackert, ist noch viel größer", antwortete er.
Die heutigen Menschen beschweren sich: "Wir
müssen viel leiden". Ich meine: Die gebackenen Eier an
ihrem Busen sind die Ursache für diese Leiden. Nehmt die
Eier aus dem Busen und eure Leiden werden enden. In der heutigen
Wissenschaft nennt man das eine fixe Idee. Wisst ihr, was eine fixe
Idee ist? Ich gebe euch ein Beispiel für einen Menschen, der
an einer fixen Idee leidet.
Ein Mann steckte seinen Zeigefinger der rechten
Hand in den Kreis, den er durch Zusammenführen von Zeigefinger
und Daumen der linken Hand bildete. Innerhalb von ein, zwei Jahren
quälte er sich damit ab, ihn zu fangen. Er litt unter seinem
Misserfolg und deshalb wandte er sich an einen Arzt, der sofort
begriff, wie er ihn heilen konnte. Der Arzt steckte seinen Zeigefinger
in die linke Hand des Patienten, dieser erfasste ihn sofort und
freute sich, dass er seinen Finger fangen konnte. Damit war er geheilt
und
von dem Gedanken befreit, der ihn lange Zeit beängstigt hatte.
So wollen auch die jetzigen Leute, die eine fixe Idee haben, ihren
Fingern fangen, aber sie können es nicht. Denn der Finger wurde
für andere Dinge geschaffen, nicht damit man ihn fängt.
Wenn ihr
wollt, könnt ihr ihn auf andere Weise fangen, aber nicht so.
Jetzt beginnt ein Neues Zeitalter auf der Erde,
von dem der moderne Okkultismus behauptet, dass eine neue Welle
von der Sonne kommen werde. Wenn ich neue
Termini benutze, werdet ihr sie nicht verstehen und mein Vortrag
wird fremd klingen. Diese Welle, die jetzt kommt, trifft die menschlichen
Gehirne und einige Leute werden unter ihrer Einwirkung exzentrisch.
Ein exzentrischer Mensch schweigt entweder viel oder, wenn er viel
redet, ist seine Rede zusammenhangslos. Das sind Extreme, die es
bei den Menschen gibt, aber die richtige Entwicklung hat ihre Norm.
Manche meinen, dass die Rede immer logisch sein sollte. Nach meiner
Auffassung sollte es in der Welt drei Arten von Logik geben: die
eine nenne ich rein materialistische Logik, die zweite - Logik des
bewussten Lebens, und die dritte - göttliche Logik.
In der göttlichen Logik duldet man absolut
keine Lüge und damit der Mensch mit den ersten zwei Arten von
Logik arbeiten kann, muss er eine edelmütige und erhabene Seele
haben, d.h. er muss bereit sein, sich für seine Brüder
zu opfern und nicht nur für sich
selbst zu leben.
Es gibt noch etwas anderes, das bestimmt werden
muss, und zwar muss man beweisen, wo die Wahrheit liegt. Um die
Wahrheit zu überprüfen, braucht man Zeit und Erfahrung.
Alle jetzigen Gelehrten, die uns verschiedene Theorien, Forschungen
in Medizin, Technik, Physik, Chemie oder anderen Bereichen vorzeigen,
brauchen Zeit, damit ihre Theorien in der Praxis angewendet werden
können. Eine Theorie kann in ihren mathematischen Berechnungen
sehr richtig sein, aber wenn sie bei der Anwendung kein Resultat
ergibt,
ist sie nicht annehmbar. So beschäftigte sich zum Beispiel
ein Engländer innerhalb von fünfundzwanzig Jahren mit
einem Problem: Er erforschte die Konstruktion einer Flugmaschine.
Zu diesem Zweck betrieb er auf das genaueste alle Forschungen und
gab,
sich seiner Berechnungen sicher, eine Anzeige in den Zeitschriften
auf. Eins aber hatte er übersehen - er hatte das alles nicht
ausprobiert. Als er sich daran machte, mit dieser Flugmaschine Versuche
nach den vorliegenden Angaben und Berechnungen durchzuführen,
funktionierte sie nicht: das Rad bewegte sich, aber die Maschine
hob nicht ab. Der Forscher wurde ausgepfiffen und damit war seine
Arbeit beendet. Nach ihm aber kamen neue Menschen und begannen die
lebendige Natur zu erforschen, den Organismus der Vögel, ihre
Flügeln und ihren Schwanz. Diese Menschen begriffen die Flugmethoden
und erbauten auf ihrer Grundlage eine Flugmaschine. Wie groß
war die Freude der Menschheit, als eine Weise gefunden wurde, wie
man in der Luft fliegen kann! Aber diese fliegenden Maschinen -
Ballons, Aeroplane, Zeppeline - wurden nicht zum Wohl der Menschheit
benutzt. Ihr habt gesehen, was mit ihnen in den letzten Kriegen
gemacht
wurde und wie gefährlich diese Maschinen sind.
Heutzutage sagen mir die Leute: "Enthüllen
Sie uns eines der großen Geheimnisse." Ich sage: Eines
der großen Geheimnisse ist, dass der Mensch lernt sich zu
heilen, wenn er krank ist, indem er fliegt. Wenn Menschen Neurastheniker
sind, können sie sich auf
diese Weise heilen.
Eine Frau ist krank: sie soll probieren eine halbe
Stunde in der Luft zu fliegen und sie wird gesund zurückkehren.
Morgen wird ihr Mann krank: Sie soll ihn ebenfalls in den Ballon
setzen, damit auch er in der Luft fliegen kann, und auch er wird
gesund
zurückkehren. Die Genesung auf diese Weise ist leicht, weil
die Luft in den höheren Sphären reiner ist. Hier, wo wir
leben, befinden wir uns in einer Umwelt, in der es viel Kohlensäure
gibt. Und wenn wir heute nervös sind, beruht das auf der großen
Menge Kohlensäure in der Luft, die wir ein- und ausatmen und
die unseren Organismus fast vergiftet. Wisst ihr, was man empfindet,
wenn man in eine Stadt geht? Wenn bei euch
das sechste Gefühl, das sogenannte psychometrische Gefühl,
mit dem einige Menschen begabt sind, entwickelt wäre, und ihr
würdet euch in einer Stadt umsehen, würde euch diese Atmosphäre
anekeln und wegen des Gestanks würdet ihr nicht mehr dort wohnen
wollen. Unsere Städte und Häuser sind nur für eine
Menschheit wie die heutige - mit so einem Geruchssinn.
Deshalb wird das Leben immer unerträglicher.
Und diese neuen, göttlichen Ideen, die jetzt kommen, bringen
das Neue Leben in der Welt. Der Tod, der jetzt existiert, das Unglück,
die Leiden und der Wahnsinn, haben ganz andere psychische Ursachen,
als jene, die ihnen zugeschrieben werden.
Das jetzige Leben muss neue Formen annehmen und
die heutige Gesellschaftsordnung muss sich verändern. Menschen
mit neuen Ideen, die diese Veränderung fordern, haben Recht.
In der Natur kann die Veränderung allmählich erfolgen,
aber sie wird auch im
Leben erfolgen - entweder allmählich oder augenblicklich. Dazu
sagen die Türken Folgendes: "Allahan zoru da war",
d.h. wenn jemand einen dicken Kopf hat, und der Herr ihm ein oder
zweimal sagt, was er tun soll, er aber nicht hört, dann gilt
für ihn das
Gesetz der Notwendigkeit.
Also - die Grundidee der Neuen Lehre ist die Bruderschaft.
Die Bruderschaft muss zu Hause angewandt werden. Die Mütter
und Väter müssen dieses Grundgesetz der Bruderschaft verstehen,
damit sie neue Bedingungen zur Aufzucht und Erziehung der Kinder
schaffen können.
Ein Jugendlicher ist wild und macht Streiche -
was macht man mit ihm nach der alten Erziehung?
Er wird bestraft und eingeschlossen. Aber im Gefängnis verliert
er seine Gesundheit und der Staat ernährt ihn. Dieser Jugendliche
könnte ein wunderbarer Bürger werden. In ihm gibt es einen
Ausbruch an Energie, die man geschickt zur Arbeit einspannen sollte.
Ihr denkt von ihm: "Ja, aber er ist ein Sünder, ein Verbrecher".
Die Gesellschaft hatte Bedingungen geschaffen, mit denen er nicht
kämpfen konnte. |
Die Neue Menschheit II
Anstatt den lebendigen Gott
zu studieren, die lebendige Natur, und nach ihr zu handeln, stören
wir uns gegenseitig, wenn wir denken, dass es in der Welt viele
Gesetze gibt. Nein, in der lebendigen Natur gibt es nur ein Gesetz,
das sie bei allen anwendet - beim
Reichen und beim Armen. Der Arme sagt: "Dieser Reiche hat zu
essen, zu trinken, lebt ausschweifend, für mich aber gibt es
nichts!" Ihr wisst nicht, dass die Leiden dieses reichen Menschen
auf ein Alter von vierzig-fünfzig Jahren zurückgehalten
werden.
Verwendet die Natur das Fett eines Reichen und eines Armen nicht
gleichermaßen? Was möchte uns die Natur damit sagen,
wenn sie die Fette der Menschen verwendet? Sie möchte ihnen
sagen: "Ihr habt das Gesetz der Bruderschaft noch nicht gelernt."
Und
nachdem ihr das erste Kapitel der Genesis gelesen habt, werdet ihr
sehen, was Gott zu Adam und Eva sprach: "Ihr dürft von
allen Früchten essen, nur von der einen nicht; denn sobald
ihr davon esst, werdet ihr sterben." Die verbotene Frucht,
das ist der jetzige Egoismus. Ein Mensch, der will, dass andere
für ihn arbeiten, und der auf dem Rücken Anderer lebt,
ein Mensch, der sich von dem Geld der Witwen und armen Weisen ernähren
will, ein Mensch, der mit so vielen Völkern kämpfen will,
beißt in die verbotene Frucht.
Deshalb müssen wir
alle in dieser Großen Lehre konsequent sein. Wo hat Christus
gelehrt, dass es Kriege geben soll, dass wir kämpfen oder für
einen Krieg beten sollen, dafür, dass Gott der einen oder anderen
der beteiligten Seiten hilft? Vor ein-zweitausend Jahren hatte diese
Sache noch Sinn, aber jetzt ist ihre Zeit vorbei. Wo ist diese Orthodoxie,
auf die man pocht, wo ist das wahre Christentum? Ich spreche zu
jenen, die sich wahre Christen nennen. Sie müssen nach dem
Gesetz Christi handeln. Jene aber, die keine Christen sind, sollen
nach ihrem Verständnis und Gesetzen handeln. Manche
meinen: "Ich bin kein Christ." Nach welchen Gesetzen und
Auffassungen lebst du? - "Ich bin freidenkend." Handle
nach deinem freien Gedanken.
Wir müssen jedem Recht
geben, denn in ihm, in seiner Seele, ist etwas Gutes, etwas Edelmütiges.
Schafft jedem Menschen Bedingungen und er kann sich erheben.
Lebt er aber unter ungünstigen Bedingungen, dann fällt
er.
Ich habe auch ein anderes
Mal das Beispiel eines italienischen Malers angeführt, jetzt
tue ich es wieder. Ein berühmter italienischer Maler wollte
das Christenbild malen. Und deshalb betrachtete er, während
er durch die Stadt bummelte, die Leute, um hierfür ein passendes
Gesicht zu finden. Tatsächlich fand er einen jungen Mann, ca.
20-jährig, und malte nach ihm das Bild Christi. Es wurde eine
gelungene Arbeit. Nach zehn Jahren entschied sich der gleiche Maler
ein Bild von Judas zu malen und er machte sich
auf die Suche nach einem passenden Gesicht. Er fand einen jungen
Mann, der ihm sagte: "Herr, ich wundere mich über Sie;
vor zehn Jahren stand ich Modell für Christus, heute aber rufen
Sie mich, damit ich Ihnen für Judas Modell stehe!" In
zehn Jahren eines
sündenhaften Lebens hatte sich das Gesicht dieses jungen Mannes
so verändert, dass er äußerlich Judas ähnelt.
Meint ihr, das Leben einer
Jungfrau, die auf den schlechten Weg gerät und in einem Bordell
endet, würde in ihrem Gesicht keinen Abdruck hinterlassen?
Eine solche Dirne erzählte mir eines Tages, dass ihr Mann bei
ihr blieb, solange sie über Geld verfügte, doch nachdem
er ihr Geld vertrunken hatte, überließ er sie der Willkür
des Schicksals und sie schlug den falschen Weg ein. Sie sagte: "Ich
möchte in die Kirche gehen,
aber dort nehmen sie mich nicht an." Diese Frau hat Sehnsucht
nach einem reinen Leben, und wenn sich die Bedingungen verändern,
wird sie sich erheben. Über jene freien Frauen, die ihren eigenen
Gefühlen dienen wollen, sagen die Leute: "Auch solche
Frauen braucht die Welt." Ich sage: "Nein, unsere Schwestern
müssen wir aus den Bordellen herausholen. Sie sollen nicht
missbraucht werden, sondern wir müssen sie auf den
richtigen Weg bringen und ihnen zeigen, wie man leben soll."
Jetzt kommen die Träger
der neuen Ideen, der menschenfreundlichen Gefühle, der Ideen
der göttlichen Lehre und das sind Menschen, die sich für
alle Benachteiligten und Gefallenen einsetzen. Das sind keine Zufällige,
sie haben Kennzeichen auf ihren
Gesichtern, in den Augen und auf den Händen. Ihr werdet sie
an Folgendem erkennen: Wenn ein Mensch, Träger der neuen Lehre,
Arzt ist und in dein Haus kommt, dann bringt er dir alle Arzneien
mit und wird dafür keinen Pfennig verlangen, sondern dir sagen:
"Ich diene unentgeltlich." Wenn er ein Pfarrer ist und
du ihn zur Taufe rufst, oder um eine Totenmesse abzuhalten, wird
er kein Geld von dir verlangen, sondern sagen: "Ich diene der
Neuen Lehre!" Wenn er ein Händler ist, wird er als Mensch
der neuen Lehre
ehrlich handeln. Wenn er ein Lehrer ist, wird er unentgeltlich arbeiten.
Ihr werdet mir widersprechen: "Wenn alle unentgeltlich arbeiten,
dann wird die Welt zerfallen." Ja, die heutige Welt wird sich
verändern, aber neue Ansichten werden kommen. Einige werden
fragen: "Wie ist es möglich, dass man unentgeltlich arbeitet,
wie kann man ohne Geld leben?" Ich frage, wie viel Geld bezahlt
man Müttern und Vätern, damit sie vier - fünf Kinder
aufziehen, ernähren und erziehen? Gibt es ein Gesetz, das die
Eltern
verpflichtet, fünf-sechsmal in der Nacht aufzustehen, um nach
ihren kleinen Kindern zu sehen? Es gibt kein Gesetz, keine Verfassung,
und dabei geht diese Arbeit
besser und natürlicher voran, als alle anderen Arbeiten, die
den vom Staat aufgestellten Gesetzen folgen. Also geben uns die
Mutter und der Vater das erste Gesetz, dem wir folgen sollten. Ich
sage euch: "Wenn ihr so lebt, wie Eltern und Kinder in einem
Haus
leben, wenn ihr so lebt, wie Brüder und Schwestern miteinander
leben, dann seid ihr auf dem richtigen Weg.
Aus der Sicht der Neuen
Menschheit erwartet uns keine große Katastrophe. Tatsächlich
kommt eine große Katastrophe in die Welt, aber sie ist für
all jene Gebäude, die keine festen Fundamente haben, für
alle faule Bäume, die keine festen Wurzeln haben. Es kommt
eine große Idee, die sie umwirft, aber das ist ein Gesetz,
eine Durchlüftung, die alles faule säubert, und nur das
Gesunde in der Welt lässt.
Wenn euch ein Leid widerfährt,
fragt ihr nicht nach der Ursache. Ich sage: Die Sonne ist die Ursache
für das ganze Unglück auf der Erde, für unsere Leiden
und für unsere Freuden. Sie ruft Fluten, Epidemien und alle
Krankheiten in der Welt hervor, sie verursacht Erdbeben und überhaupt
ist sie Ursache für alles, was in der ganzen Natur geschieht.
Die Sonne aber meint: "Bist du klug, dann kannst du meine Energie
vernünftig
nutzen und ich bringe dir meinen ganzen Segen; aber wenn du nicht
klug bist, bringe ich dir die größten Leiden". Die
Sonnenenergie kann sich ändern, die Sonne aber wird weiter
scheinen und die Erde sich weiter drehen. Und ich sage euch Folgendes:
In der hohen
Mechanik der okkulten Wissenschaft gibt es eine Behauptung, nach
der es bei einer Radbewegung, nach jeder hundert millionsten Umdrehung
eine Ausnahme gibt. Ein solches Rad ist auch unsere Erde. Auch für
sie gibt es, nachdem sie hundert Millionen Mal die Sonne umkreist
hat, eine Ausnahme - entweder katastrophal oder Wohl bringend, im
aufsteigenden Niveau. Solche Ausnahmen gab es sehr oft, solch eine
Ausnahme kommt auch jetzt. Unsere Erde hat so viele Umdrehungen
gemacht, dass sie der Ausnahme sehr nah ist. Das Datum dieser Ausnahme
werde ich euch nicht verraten. Jetzt glaubt ihr nicht daran, aber
wenn dieser Tag kommt, werdet ihr es überprüfen können.
Wir können dieses okkulte
Gesetz auch auf die Sonne anwenden. Wenn sie hundert Millionen Umdrehungen
gemacht hat, wird die Ausnahme kommen. Die heutigen
Gelehrten sagen, dass die Sonne für eine Umdrehung zwanzig
Millionen Jahre braucht.
Wisst ihr, was in der Welt
geschieht, wenn die Sonne eine solche Ausnahme macht? Wenn diese
Ausnahme eine absteigende Stufe erreicht, wird das ganze Sonnensystem
erlöschen, unsere Sonne wird sich verdunkeln und damit auch
jedes Leben auslöschen.
Wenn diese Ausnahme eine
aufsteigende Stufe erreicht, wird sich die Sonnenenergie zehnmal
erhöhen und wehe den Leuten, die dann auf der Erde sind.
Nun aber fallen die beiden
Ausnahmen, sowohl von der Sonne, als auch von der Erde fast zusammen
- sie haben ihre hundert Millionen Umdrehungen hinter sich. Das
ist eine Behauptung, die ich mathematisch beweisen kann, mit Daten
und Fakten, aber nicht vor dieser Gesellschaft. Man braucht Zeit,
um euch die Formeln und Fakten, die die okkulte Wissenschaft benutzt,
zu beweisen. Damit will ich keine Angst hervorrufen, aber ich sage,
dass es Ausnahmen gibt und jeder Mensch sollte vorbereitet an seinem
Platz stehen um ihnen zu begegnen. Auch Christus sagte: "Selig
die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt. " (Luk
12,37) Wenn ihr denkt, dass das Leben still und ruhig weiter
geht, während ihr trinkt und esst, irrt ihr euch gewaltig.
Die heutigen Gelehrten behaupten, dass es den Menschen nicht länger
als achttausend Jahre gibt, aber die okkulte Wissenschaft unterscheidet
sich auch hier. Sie beweist, dass der Mensch viel länger auf
der Erde lebt, als es die heutigen Gelehrten behaupten.
Dass der Mensch vor achttausend
Jahre gelebt hat, davon zeugen die Schädel, die aus jenen Zeiten
stammen. Aber dass er viel länger auf der Erde gelebt hat,
solche Beweismittel kann man nicht vorlegen. Selbst wenn man solche
Fakten veröffentlichen würde, ist die Verbindung zwischen
ihnen so delikat, dass man sagen könnte, es gäbe sie gar
nicht. Als ich in einem Vortrag sagte, dass der Daumen die Entwicklung
des
menschlichen Willens bestimmt, meinten einige, das klinge unlogisch.
Tatsächlich aber ist der Daumen ein Resultat des menschlichen
Willens. In alten Zeiten ließ man einem dickköpfigen
Menschen, damit er keine Verbrechen mehr begeht, seine beiden Daumen
abhacken. Und nun frage ich: Warum ist der Daumen bei einigen Menschen
länger und bei anderen - kürzer; warum ist er bei einigen
besser geformt und bei anderen - nicht?
All das bedeutet etwas,
es sagt etwas über die Entwicklung des Willen und des Verstandes
bei den Menschen aus. Wenn ihr euch den Daumen eines Menschen anseht,
dann versteht ihr, wie die Entwicklung seiner Seele vorangeht. Geht
sie richtig vonstatten, ist auch der Daumen gerade, wenn nicht,
dann gibt es auch Deformationen in diesem Organismus. Wenn deine
Nase, Augen und Mund sich verkrümmen, bedeutet das etwas. Der
Arzt wird sagen: "Hier gibt es eine Abnormalität, einen
Schlaganfall." Und ich sage: Hier gibt es Meinungsverschiedenheiten
zwischen den Körperorganen, bei der Vereinigung der Kräfte,
zwischen Gedanken und Gefühlen, die in dem Menschen wirken.
Wenn ich diese neue Wissenschaft
nur theoretisch entwickle, ohne sie in der Praxis anzuwenden, hat
sie keinen Sinn. Jede Realität muss eine bestimmte Form haben.
Ich rede von Realitäten, die bestimmte Größen sind,
so wie ein Mathematiker mit Formeln arbeitet, ein Chemiker - mit
Molekülen und Atomen, ein Physiker - mit Kräften, d.h.mit
konkreten Dingen.
Also, wir behaupten, dass
der Mensch eine Seele besitzt. Ist die Seele eine konkrete Einheit,
wo befindet sie sich - im Gehirn, im Herzen, in den Lungen oder
im Magen, wo ist sie überhaupt? Die heutige Wissenschaft kann
nichts darüber aussagen.
Zurück zu meinem Gedanken.
Die Neue Menschheit sollte zunächst mit der Anatomie des Menschen
beginnen. Deshalb möchte ich, dass ihr euch alle für Anatomie
interessiert. Wenn ihr Häuser baut, ordnet ihr zuerst Pfosten,
fertigt das Gerüst des Hauses und dann baut ihr. Das Gerüst
ist die Anatomie. Einige meinen: "Wir brauchen keine Anatomie".
Nein, ihr könnt nicht ohne sie. Es gibt kein Kind, keinen Vater,
keine Mutter, die nicht Anatomie lernen. Wenn ihr eine Kleidung
zuschneidert, fangt ihr wieder bei der Anatomie an. Die Größe
ist ein anatomisches Kennzeichen und nach ihm schneidert ihr zu.
Folglich studieren die heutigen Menschen das Leben anatomisch, sie
schneiden immer. Was für eine Sache ist das Schneiden? In der
Neuen Menschheit werdet ihr nicht nur Anatomie lernen, sondern auch
Physiologie. Wie lernt ihr die Physiologie, wenn ihr euer Haus baut?
Ihr baut Fenster und Schornsteine ein, damit es zu einem Durchzug
kommt und gelüftet wird. Und womit beschäftigt sich die
Physiologie? - Mit den Funktionen der verschiedenen
Organe, mit den Funktionen des Herzens - dem Blutkreislauf. Damit
man günstige Lebensbedingungen schafft, braucht man in jedem
Haus Physiologie. Ihr, die ihr jetzt eure Häuser baut, habt
ihr große Fenster? Ich empfehle euch nur das: Baut in euren
Häusern größere Türen ein, öffnet größere
Schornsteine. Mir gefallen die großen Schornsteine und ich
bin gegen jene Öfen, die von den Leuten jetzt benutzt werden.
Ihr sagt: "Früher waren meine Großeltern noch gesund."
Ja, aber dein Großvater hatte
einen breiten Schornstein in seinem Haus, die Durchlüftung
war gut, du aber läufst auf der absteigenden Stufe, lebst in
Kohlensäure und somit bist du selbstverständlich nicht
gesund. Man braucht gute Ventilation. Und was machen die Bulgaren?
Sie dichten die Fenster mit Papieren ab, damit keine Luft herein
kommt, um sich nicht zu erkälten. Besser Erkältung als
Kohlensäure zu atmen.
Die Träger der Neuen Menschheit leben
und werden sich vermehren, damit sie überall die neuen Ideen
hintragen. Ihr alle könnt Mitglieder der Neuen Menschheit werden.
Wer von euch liebt nicht
die Bruderschaft und die Gleichheit? Welcher Vater möchte nicht,
dass sein Sohn ein Gelehrter wird, damit er kein Dummkopf bleibt?
Die neue Menschheit hat an jeden Menschen folgende Anforderungen:
Er soll ehrlich sein, d.h. er soll seinen Egoismus bezwingen; er
soll gerecht, klug und gut sein. Nicht nur äußerlich
soll er diesen vier Qualitäten entsprechen, sondern im absoluten
Sinn soll er so ehrlich sein, dass er niemals fremde Interessen
für sein eigenes Wohl opfert, sondern immer seine
Interessen zum Wohle der anderen. Ihr werdet sagen: "Machen
wir das, wird Leid und Unglück über uns kommen."
Doch wo ist das Glück bei den jetzigen Ideen? 30 Millionen
Menschen wurden getötet und so viele Gefängnisse wurden
gefüllt. Auch heute sterben die Menschen aus, weil sie dieser
alten Kultur dienen, die der Meinung ist, dass der Mensch für
den Menschen ein Wolf ist. Doch Christus sagte: "Ihr alle aber
seid Brüder." Habe ich etwa diese Lehre geschaffen? Ich
sage nur: Wenn ihr die Christenlehre nicht einhalten wollt, dann
haltet die Lehre von Moses ein; wollt ihr euch nicht an die Moseslehre
halten, dann haltet euch an die Gesetze eures Staates; aber in jedem
Fall
handelt wie ein ehrlicher und gerechter Mensch, haltet euer Wort.
Ihr aber handelt mal nach Moses und ein anderes Mal nach Christus
- ihr mischt die Gesetze.
Manche fragen mich: "Sagst
du immer die Wahrheit?" - Ja, ich habe über jedes Wort,
das ich ausspreche, nachgedacht. Wenn ich ehrlich und gerecht rede,
spreche ich für mein eigenes Wohl, denn ich möchte nicht
meine Ehre beflecken, nicht meine Brüder und den
Namen Gottes entehren. Und ich möchte eines Tages, wenn ich
euch treffe, wissen, dass ich immer gerecht zu meiner Seele und
meinem Geist gewesen bin, und außerdem, dass auch ihr diesen
Weg geht. Nur so, mit dieser Lehre werden sich Mütter und Väter
verbessern können, während jede andere Lehre nur immer
neue Leiden bringt!
Peter Deunov (Beinsa
Douno)
|
Die Neue Menschheit III
Diese Bruderschaft hat ihre
eigene Anwendung. In der okkulten Wissenschaft gibt es bestimmte
Formen und Gesetze. Die Gesetze dieser Weißen Bruderschaft,
dieser 144 000 lichten Seelen haben sich seit hundert Millionen
Jahren nicht um einen hundertmillionsten
Teil verändert. Deshalb sage ich, dass die Gesetze der Natur
vernünftig und konstant sind. Jeder Gedanke kann nach tausend
Jahren zu einem Ergebnis führen. Wenn du
einen schlechten Gedanken säest, kann er dir den Tod bringen.
Wenn ich euch das Leben mit seinen alltäglichen Vorfällen
erkläre, kann ich es mal vom Gesichtspunkt der Hindus, mal
der Okkultisten oder des Christentums betrachten. Die Wahrheit bleibt
ein und
dieselbe. Zum Beispiel, ein Mensch trifft dich und ermordet dich;
in diesem Fall sagen wir, die heutigen Christen: "So hat es
der Herr gewollt." Ich sage: Gott hat niemals gesagt, niemals
gewollt, dass jemand getötet wird, sondern ich habe das getan
und der Herr
hat es nur zugelassen. Das indische Gesetz aber erklärt das
so: Du hast jemanden vor einigen Inkarnationen getötet, und
nun, heute, in diesem Leben, tötet dich der Gleiche, den du
getötet hast. Also, ihr könnt die eine oder andere Erklärung
annehmen. Ihr werdet sagen: "Das ist eine ketzerische Lehre,
kann ein Mensch wiedergeboren werden?" - Er kann und kann auch
nicht. So wie das eine richtig ist, so richtig ist auch das andere.
Was Glaube oder Unglaube
angeht, so ist dies eine zweitrangige Sache. Die Seele hat die Macht,
alle ihre Formen zu schaffen: Von ihr hängt ab, ob und wie
oft sie auf der Erde leben will. Will sie auf die Erde kommen, wird
der Herr unterschreiben. Jene Seele, die
sich inkarnieren will, wird wiedergeboren. Folglich haben in Bezug
darauf sowohl die Hindus, als auch die Christen Recht.Unter "Seele"
verstehe ich jene bewusste göttliche Seele, die hierher kommen
kann so oft sie will. Aber es gibt ein anderes Gesetz in der
Welt, das die Dinge auf andere Weise erklärt, damit sie verstanden
werden und sich eine allgemeingültige Moral bildet. Zum Beispiel,
jemand beginnt ein Verbrechen - er hat einen Menschen bestohlen
und sagt sich: "Wer hat mich in der Dunkelheit schon gesehen,
dass ich etwas geklaut habe?" Ja, aber nachdem er geklaut hat,
sieht sich um und hat Angst. Warum? - Sein Gewissen quält ihn.
Was ist Gewissen? Diese 144 000 Seelen, Mitglieder der Weißen
Bruderschaft sagen: "Herr, wir haben das Verbrechen, das du
begangen hast, gesehen, und nach unserem Gesetz, das immer konstant
ist, richten wir dich und du wirst die Folgen deiner Taten tragen."
Dann zieht sich dieser Herr, irgendwo
in die Einsamkeit zurück, damit sich sein Gewissen erleichtert,
er fastet zehn - fünfzehn Tage und danach geht er zu einem
Geistlichen, damit er ihm etwas vorliest und ihn beruhigt. Der Geistliche
muss nach dem Gesetz der Neuen Menschheit handeln und sagen: "Bruder,
du wirst vor Gott beichten. Nur mit zehn-fünfzehn Fasttagen,
um dieses Verbrechen zu verbüßen, damit kannst du bei
Gott nicht landen."
Ich werde euch sagen, wie
ihr vor Gott beichten müsst. Zum Beispiel: Du hast das Haus
deines Nächsten angezündet. Deinen Fehler wirst du folgendermaßen
korrigieren: Du gehst zum Opfer, entschuldigst dich bei ihm und
kaufst ihm ein neues Haus und neue Möbel, und dann bezahlst
du auch noch seine Schulden. Machst du das nicht, gibt es keine
Vergebung. Oder der Herr wird sagen: "Hast du eine Frau geschändet,
wirst du
sie in deiner zweiten Wiedergeburt zur Frau nehmen oder sie wird
dein Kind, du wirst sie aufziehen und so wirst du deine Sünden
begleichen." Die heutigen Jugendlichen aber meinen: "Was
ist schon dabei, dass ich eine Jungfrau geschändet habe?"
In Amerika schändete
ein junger Mann, Sohn eines reichen Händlers, ein junges Mädchen,
danach verließ er sie, sie wurde eine Dirne, die letzendlich
starb. Der Junge absolvierte später Theologie und wurde zu
einem berühmten Pfarrer. Alle hielten ihn für einen frommen,
guten Menschen. Er heiratete, ein Sohn kam zur Welt, der schon mit
sechzehn Jahren ein großer Vagabund war. Die Menschen wunderten
sich, dass von
einem so frommen Vater ein so schlechter Sohn stammte. Ich sage:
Dieser Sohn ist sein verkommener Gedanke. Abends suchte ihn sein
Vater, damit er ihn nach Hause bringen kann, aber erst nach zehn
Jahren gelang es ihm, ihn auf den rechten Weg zu bringen. So hat
er seine Sünde bezahlt. Dieser Sohn ist eure Geliebte, die
ihr vergewaltigt habt. Der Herr wird dem Vater sagen: "Hier
ist deine Geliebte, zahle deine Schulden!" Dein Sohn wird sagen:
"Jetzt erkenne ich an, dass du edelmütig bist, denn du
weißt zu lieben,
deine vorige Liebe aber war nicht in Ordnung." Deshalb müssen
wir die Mutterliebe, die alles hergibt, schätzen.
Ich empfehle den heutigen
Jungfrauen und jungen Männern, dass sie, wenn sie sich einander
ein Wort geben, es halten sollen und bereit sind für dieses
Wort zu sterben und zu sagen: "Ich liebe dich, für dich
opfere ich Ehre, Leben und meinen ganzen Reichtum, aber ich werde
mich niemals von dir lossagen." Das halte ich für einen
Menschen mit
Charakter! Und was geschieht heute? - Sie heiraten heute, morgen
lieben sie sich nicht mehr, sie wollen sich scheiden lassen, sie
gehen zur Kirche, damit diese die Frage entscheide. Ich sage: Die
Pfarrer haben weder das Recht jemanden zu scheiden, als auch jemanden
zu trauen. Wenn jemand zu mir kommt, damit ich ihn traue, dann habe
ich kein Recht darauf. Doch ich werde diesen Jungen fragen, ob er
bereit ist, Habe, Ehre und Leben für seine Liebste zu opfern.
Ich werde auch das Mädchen fragen, ob es bereit ist dasselbe
für ihren Liebsten zu tun, Habe, Ehre und Leben für ihren
Liebsten zu opfern. Wenn mir beide das bestätigen, nur dann
kann ich sie trauen und sonst nicht. So muss es sein, damit diese
Gesellschaft und dieses Volk in Ordnung kommen.
Christus muss also die Welt
durchdringen. Das ist, was die Bruderschaft bringt, was Christus
predigt. Und diese lichten Brüder steigen jetzt hinab. Sie
werden diese zwei Ausnahmen - die Ausnahme der Sonne und der Erde
ausnutzen. Ein neues Wunder kommt, worüber in der Schrift steht,
dass ein Neuer Himmel, eine Neue Erde und damit eine Neue Menschheit
kommen werden. Ich meine: Begraben wir die alte Menschheit, Gott
verzeihe ihr. Und in der Zukunft werden wir nach den Gesetzen
der Neuen Erde, der Neuen Menschheit leben. So will es die Bruderschaft.
Ich predige nicht von irgendeinem
toten Gott, sondern vom lebendigen Gott. Fragt ihr, wo Gott ist,
werde ich sagen: Er ist nicht in jenem Himmel, den ihr seht. Manche
sagen: "Beweise uns, wo dieser Gott ist." Gott braucht
nicht bewiesen zu werden. Auch die Ameise mit ihrem niederen Bewu?tsein
verfügt nicht über Organe, mit denen sie die Existenz
der Menschen verstehen kann. Wenn ihr sie mit zwei Fingern fangt,
oder wenn
sie auf den Kopf eines Menschen steigt, wird sie fragen: "Auf
was für eine Anhöhe bin ich da geklettert?" Sie beobachtet
die Welt aus dieser Höhe und wenn sie zu ihren Freundinnen
zurückkehrt, wird sie sagen: "Heute habe ich ein großes
Gebirge besucht." So ist es auch mit uns: Gott fängt uns
mit zwei Fingern und wir fragen, ob es einen Gott gibt. Ja, er ist
diese zwei Finger und sagt zu uns: "Auf meinen Kopf kannst
du nicht steigen"
Wenn ihr in den Gesichtern
eurer Brüder nicht den lebendigen Herrn seht, dann versteht
ihr diese Lehre nicht. Wenn ich in eurem Gesicht nicht Gott sehe,
dann ist meine Lehre lügenhaft. Liebe ich euch nicht und bin
ich nicht bereit, mich für euch zu opfern, predige
ich eine lügenhafte Lehre. Auch ihr müsst euch opfern.
Bruderschaft soll in dieser Welt sein! Diese Lehre sollt ihr annehmen.
Sie wird von allen guten Menschen gepredigt, von allen Müttern
und Vätern, von allen Brüdern und Schwestern.
Selbstlosigkeit braucht
diese Welt, genug der Lügen! Einige fragen: "Wie viel
gebt ihr mir, damit ich diene?" Bezahlung darf es nicht mehr
geben. Ich rede von jenen, die sich Christen nennen, von anderen
rede ich nicht. Deshalb sagt Christus: "Wer kein Christ
ist, gehe bitte hinaus, damit man weiß, wer dafür und
wer dagegen ist."
Von manchen sagen die weltlichen
Leute: "Seht, das sind fromme Christen!" Worin besteht
ihre Frömmigkeit? - "Sie gehen oft zur Kirche". -
Nein, nein, die Kirche, das sind wir; diese lebendigen Körper,
das sind die Kirchen. Wenn wir kein reines, ehrliches
Leben führen können, was soll dann mit unseren Kirchen
werden? Was ist in Russland passiert? Russland hat nicht auf die
Stimme von Tolstoi gehört, die eine Stimme des lebendigen Gottes
war. Und der Klerus hat den Bolschewismus gebracht. Der Bolschewismus
ist die Fuchtel Gottes in Christushand. Und heute fragt er uns:
"Ist es das, was ihr in so vielen Jahren geschaffen habt?"
Christus ist es, der in Russland handelt, nicht irgendein Satan.
Wenn ein Chirurg sein Messer nimmt, damit er eine Operation macht,
weiß er, wie er es benutzen muss, damit er das kranke Fleisch
ausschneidet und dem gesunden hilft. Wenn der Chirurg nicht erfahren
ist, wird er nicht wissen, wie er die
Operation machen soll, selbst wenn er in der Welt für perfekt
auf diesem Gebiet gilt. Auch die Bulgaren sollten den Bolschewiken
danken. Aber das ist nicht mein Thema.
Und was haben die Amerikaner
gemacht? Sie haben uns jahrelang Missionäre geschickt, damit
sie uns die Christenlehre predigen, aber in der Kriegszeit verkauften
sie den Bulgaren zehn Millionen Kilogramm Weizen zu je zwei goldene
Lewa pro Kilo. Und was
kostet der goldene Lew heute? - Zehn Lewa. Also kostete ein Kilo
Weizen zwanzig Lewa. Und denken die Amerikaner nun, sie hätten
nach der Christenlehre gehandelt?
Sie haben die Gelegenheit
verpasst, ein gutes Beispiel zu geben. Nein, das ist kein Christentum!
So sagt es Christus, so sagen es die lichten Brüder!
Wenn die Bulgaren gedenken,
ihren jetzigen Weg weiter zu gehen, erwartet sie nichts Gutes. Diese
Kultur wird ihnen nicht helfen! In der Welt muss alles verändert
werden.
Kein Volk darf ein anderes
missbrauchen, keine Gesellschaft darf eine andere missbrauchen,
auch kein Mensch darf einen anderen missbrauchen, sondern alle
müssen nach dem großen Gesetz der Liebe leben. Wenn ihr
diese Lehre annehmt, wird sich alles ändern und ihr werdet
als Volk gesegnet sein. Und das Gesetz wird
auch kommen.
Nehmt ihr sie nicht an, dann werden sie
andere annehmen.
Ich werde euch ein Beispiel
anführen: In alter Zeit, in dem so genannten Goldenen Zeitalter,
gab es zwei Reiche - das Reich der Esperten und das Reich der Menesen.
Der König der Esperten hatte einen Sohn und nach dem damaligen
Brauch versammelte er Weisen, um das künftige Schicksal seines
Sohns zu bestimmen. Einer der Weisen stellte seine Berechnungen
an und sagte zum König: "Dein Sohn wird mit ca. zwanzig
Jahren eine große Krise durchmachen, deshalb musst duihn als
Schäfer in ein anderes Reich schicken, damit er dort von den
großen Gesetzen der Lebendigen Natur lernt." Der Vater
blieb diesen Anweisungen des Weisen treu und sagte zu seinem Sohn:
"Mein Sohn, von jetzt ab musst du mit Schweiß auf der
Stirn dein Brot verdienen", und schickte ihn als Schäfer
ins Reich der Menesen. Der Junge verbrachte hier ganze zehn Jahre
und studierte die Gesetze der Natur. Im elften Jahr seines Aufenthalts
kam eines Tag?s die Tochter des Königs der Menesen auf einem
weißen Pferd vorbei geritten. Sie war von ihren Leibwächtern
begleitet, aber begeistert von den schönen Feldblumen und der
herrlichen Natur, stieg sie vom Pferd ab und entfernte sich ein
wenig von ihnen. In dieser Zeit kroch irgendwoher aus dem Geröll
eine Kobra hervor und biss die Königstochter in ihre rechte
Hand. Der Schäfer - der Königssohn, als er sah, was geschehen
war und sich
in den Gesetzen auskannte, rannte schnell zur Königstochter,
setzte seinen Mund auf ihre Hand und saugte das Gift ab. Ihre Leibwächter,
die das Geschehen aus der Weite beobachteten, dachten, dass dieser
Junge die Königstochter beleidigen will, hoben gegen ihn den
Bogen, und verletzten ihn am linken Arm mit einem Giftpfeil. Als
das die Königstochter sah, zerriss sie den Ärmel seines
Hemdes, setzte ihren Mund auf die Wunde und saugte das Gift aus.
Ich frage jetzt: Wer hat wen gerettet? Der Junge rettete die Königstochter
vor dem Gift der Schlange, und die Tochter rettete ihn vor dem Gift
des menschlichen Pfeils. Der Junge sagte zu dem Mädchen: "Du
warst von dem Gift einer Schlange verletzt und ich von einem menschlichen."
Und deshalb leiden die Frauen
jetzt unter dem Gift der Schlangen. Wisst ihr, was für eine
Schlange das ist? - Sie ist ihr endloser Egoismus. Sowohl die Frauen
als auch die Männer müssen sich vor diesem Gift retten.Die
Frau muss das Gift des männlichen Egoismus
aussaugen, und der Mann das Gift des weiblichen entstellten Herzens.
Nur so können Frauen und Männer sich die Hand reichen
und erkennen, dass sie zusammenleben und sich verstehen können.
Auch alle heutigen Christen müssen sich die Hand reichen. Wie
habt ihr mich begrüßt, als ich in Tarnovo angekommen
bin? Nein, Freunde, ich komme, um euer Gift auszusaugen. Ob ihr
meins aussaugt, wird es die Zukunft zeigen. Wenn ihr mein Gift aussaugt,
dann werde ich sagen: "Ihr seid meine Brüder." So
äußert sich das Gesetz der Liebe, das in der Welt wirkt.
Jedem, der das Gift seines Bruders aussaugt, wird ein Kuss gegeben;
wer das aber nicht tut, wird hinausgejagt.
Jugendliche, ihr seid die Zukunft! Männer
und Frauen, lebt nach dem Gesetz der Liebe!
Lebt nicht nach dem Weg
der sündigen Alten, sagt euch von euren vielen Liebhabern los.
Ein Geliebter und eine Geliebte sind genug: eine Jungfer - aber
schön; ein junger Mann - aber ausgezeichnet. Sie genügen:
Ihr braucht weder zwei Männer noch zwei Frauen. Außerdem
möge es eine innerliche Freiheit in euch geben und verbindet
euch nicht in Sklaverei miteinander. So sollt ihr denken und dieses
Gesetz überall anwenden -
in der Gesellschaft, im politischen und religiösen Leben, damit
ihr die Christenlehre erwerbt. Nur auf diese Weise kann sich das
bulgarische Volk erheben. Nur mit dieser Moral!
Ich sehe in der jungen Generation
ein Streben nach neuen Ideen. Wenn ich die Kommunisten beobachte,
verurteile ich sie nicht, ich sehe, dass sie sich nicht für
Christen angeben und doch gute Sachen machen, große Opfer
bringen. Die Christen aber, die von Christus sprechen, sehen zu,
wie sie sich absichern. Folglich: Die Kommunisten sind Gottlose
ohne Geld und die Christen - Gläubige mit Geld. Ich würde
gern einem Menschen begegnen, der weiß, dass es einen Herrn
in der Welt gibt, und der sich schämt,
wenn er jemanden anlügt, der weiß, dass er gerichtet
wird, wenn er jemanden beleidigt, und der aufrichtig ist und um
Verzeihung bittet. Und was geschieht heute, wenn wir ein Verbrechen
begehen? Wir sagen uns : "Ich habe Recht". Ja, wir alle
haben das Recht, Verbrechen zu begehen, wir alle haben das Recht
zu lügen, Gutes zu tun, die Wahrheit zu sagen, wir alle haben
die Freiheit, aber wir sollten wissen, dass man sich verantworten
muss. Stiehlst du, wirst du bestohlen, zerstörst du, zerstört
man dich; schändest du,
schändet man dich. Was du tust, das findest du. "Denn
wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden" (Mat 7,2),
sagte Christus und dieses Gesetz stimmt.
Jetzt werde ich euch etwas
prophezeien. Ich werde nicht raten. Wie ist das Wetter heute? -
Schön, klar, warm, die Sonne scheint ausgezeichnet. Das klare
Wetter zeigt, dass sich alles in der Zukunft gut entwickeln wird,
es wird viel Wärme geben, und bald wird es zwischen den Bulgaren
eine Bewegung zum Guten geben. Der Menschenverstand wird sich ändern,
er wird sich wärmen und richtig zu denken beginnen. Das stille
Wetter zeigt, dass die Bulgaren zu Bewusstsein kommen werden, sie
werden keine Versuche unternehmen, neue Kriege zu beginnen, sie
werden die Fehler von 1912 und 1915 nicht wiederholen. Jetzt werden
die Bulgaren nicht mehr mit Waffen kämpfen, sondern mit Liebe,
sie werden strenge Neutralität einhalten und sagen: "Bis
jetzt haben wir den Zentralkräften, der Entente gedient, aber
jetzt möchten wir dieses Neue Leben nach
Gott ausprobieren und unser Leben nach seinem Willen richten."
Nur so wird das Bewusstsein zu den Bulgaren kommen und sie werden
sich als Volk erheben. Dann
werden sie sich sowohl an die Kommunisten, als auch an die Sozialisten
wenden und sagen: "Brüder, wir lieben euch, wir sehen
in euren Bestrebungen gute Ideen, die
wir brauchen; wir haben nichts zu teilen, alles auf der Erde ist
unser, lasst uns zusammenarbeiten." Einige werden mir widersprechen:
"Gut, aber sie glauben nicht an Gott, sie lieben die Menschen
nicht." Wieso glauben sie nicht?
Sie haben auch einen Gott,
denn wenn sie lieben, haben sie auch einen Gott. Wenn mich jemand
trifft und mich bestiehlt, mir das Bein bricht, aber gottgläubig
ist, was nützt mir sein Glaube? Wenn ich jemandem begegne,
der mir Gutes tut und nicht an Gott glaubt, wird er nützlicher
als der Erste sein, der nur mit seiner Theorie verbleibt.
Einen Menschen, der glaubt
und mich bestiehlt, spucke ich an. Einen, der nicht glaubt und mich
nicht bestiehlt, dem werde ich zwei Küsschen geben, denn er
beleidigt nicht den Namen Gottes und erfüllt seinen Willen.
Das ist die Neue Lehre, die die heutige
Generation berücksichtigen muss. Diese gesellschaftliche Lepra
muss von Grund aus ausgemerzt werden.
So müssen alle Pfarrer
predigen, so müssen alle Bulgaren predigen. Wenn sie so predigen,
haben sie meinen Segen! Wenn sie aber nicht so glauben und so predigen,
werden sie sich selbst bespeien. Mögen die
Pfarrer sagen: "Im Namen Christi werden wir Gott dienen, werden
wir ohne Geld leben!" Aber sie werden mir widersprechen, dass
sie Frauen und Kinder haben. Können denn eure Frauen nicht
wie ihr leben? Kann die Frau des Pfarrers nicht wie er leben? -
Sie kann es. Sie soll als Erste ein Beispiel zur Selbstlosigkeit
geben, aber sie will sich selbst als Erste absichern. Wozu brauchen
ein Bischof und ein Pfarrer Geld? Wie wollen sie sich absichern?
Christus war nicht abgesichert. Wie viel wurde Christus für
seine
Predigten bezahlt? Ich spreche im Namen Christi zu euch. Ihr dient
doch im Namen Christi, nicht wahr? So schaut hin, die Sache ist
ernst.
Zwei Ausnahmen kommen. Ich
möchte, dass ihr mich richtig versteht. Ich habe nicht den
geringsten Wunsch, jemanden von euch zu beleidigen. Euer Glauben,
eure tiefe Gesinnungen, welche Art auch immer, sind für mich
heilig. Aber eure schlechte Handlungen, die sind etwas anderes,
ich kann sie nicht tolerieren. Ich kann das Böse in der Welt
nicht dulden, kann nicht ruhig zusehen, wenn ein Mensch einen anderen
beleidigt. Ich kann schweigen, aber in meiner Seele kommt große
Trauer auf und ich sage mir: Diese Menschen sind Christen, welche
Täuschung hält sie gefangen, was ist das für ein
psychologisches Moment, wenn sie außer sich sind? Ich glaube
aber, dass eine große Wärme kommt, die das Eis auftauen
wird. In den Gebirgen wird sich ein großer Dunst erheben,
Flüsse, reine Bäche werden fließen. Danach kommt
es zu einem
großen Wachstum der Pflanzen. Die vor Jahrtausenden gesäten
Samen und Früchte der Vergangenheit werden wachsen, sie werden
blühen und ansetzen und die Völker der ganzen weißen
Rasse werden sich die Hände reichen. Diese Neue Kultur, auf
die niemand gehofft hat und die noch niemand gesehen hat, wird in
die Welt kommen.
Und ihr werdet alle Bürger
dieser Neuen Kultur, dieser Neuen Menschheit sein!
Und ich möchte, dass ihr alle Gäste an der Tafel dieser
Neuen Menschheit seid. Ihr seid alle eingeladen, aber ihr sollt
nicht absagen, so wie vor zweitausend Jahren Christus zur Bewirtung
viele? Menschen eingeladen hat, sie aber haben unter verschiedenen
Vorwänden abgesagt: die einen, weil sie auf dem Acker Arbeit
hatten, die anderen, weil sie fünf Ochsenpaare gekauft haben
und sie jetzt ausprobieren wollten, und wieder andere, weil sie
geheiratet haben. Alle haben geantwortet: "Wir verzichten auf
die Neue Kultur!" Christus kommt jetzt wieder und lädt
wieder die ganze weiße Rasse ein, damit diese die Neue Lehre
annimmt. Jetzt werde ich alle guten Menschen, die seit fünfhundert
Jahren Herden geweidet haben, für göttlich halten und
sie für den Bau dieses göttlichen Gebäudes benutzen.
Weil das Leben nicht nur aus einem Stein gebaut wird. Erst wenn
wir es erbaut haben, werden Liebe und Weisheit kommen. Nur dann
kommen Musik, Poesie und Kunst, nur dann herrscht Ordnung und erst
dann werden alle Leute
einander verstehen. Und erst dann werden wir uns einen heiligen
Kuss geben, der uns die Freude der Engel fühlen lässt.
Peter Deunov (Beinsa Douno)
http://www.beinsadouno.org
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| ALLE
KINDER SIND UNS LEHRER Worte
der Lehrerin / des Lehrers zu den Schulanfängern
Ich bin so glücklich
euch zu sehen und ich bin aufgeregt und freue mich über das
was ihr mich lehren werdet.
Auf diesen Tag habe ich so lange gewartet.
Ich danke Euch, dass ihr eure Weisheit, euer Wissen mit mir teilt.
Möge hier für euch ein Ort sein, an dem ihr alles sagen
könnt was ihr wisst und möge diese Schule hier ein Ort
sein, an dem wir alle zusammen diese Weisheit miteinander erforschen
und teilen können
Auch ich werde versuchen
euch Dinge zu lehren, die vielleicht im Moment nicht so bedeutend
sind für euch und ich bitte um eure Geduld.
Es ist einfach so, dass die Gesellschaft in der wir leben verlangt,
dass ihr diese Dinge wisst.
Doch im Gegensatz zu dem, was ich euch lehren werde, ist euer Wissen
kostbarer als Gold
Danke, dass ihr da seid.
(nach Phyllida Anam Aire)
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Olga Hoch - Forschung
und Vernetzung |
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