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Wir können die Natur nicht verbessern !
Im Norden der USA wurde auf einer Insel ein Experiment gemacht.
Es gab Rehe, Hirsche und Elche, aber auch Bären, Wölfe
und Kojoten. Ein Jäger hatte diese Idee: "Wir erschießen
die Bären und die anderen Raubtiere, damit sich die Rehe,
Hirsche und Elche rascher vermehren können." Der
Vorschlag wurde umgesetzt.
Eingriffe des Menschen

Das Ergebnis bei den Rehen: Vor dem menschlichen
Eingriff hatte es 1.000 Stück gegeben. Danach lebten
die Rehe viel länger und bald war die Population von
den ursprünglich 1.000 auf 30.000 hochgeschnellt. Da
haben sich die Jäger gefreut.
Aber die Böden und die gesamte Vegetation
wurden so stark überweidet, dass es zu horrenden Erosionen
kam, also zur Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit. Die
Folge war ein großes Rehsterben. Seitdem leben auf der
Insel noch etwa 100 Rehe, etwa ein Zehntel von früher.
Die Population aller Arten schwankte zuvor nur um etwa 10
%. Jetzt aber war die Balance in der Natur zerstört und
die Tragfähigkeit des Bodens ebenfalls. Nicht die Natur
selbst, der Mensch hatte das Gleichgewicht der Natur zerstört.
Was auf dieser US-amerikanischen Insel mit
den Rehen geschah, könnte auch bald mit uns Menschen
weltweit passieren. Vielleicht "lösen" wir
das Problem des Bevölkerungswachstums (falls es dies
überhaupt gibt) auf eine ganz andere Art, als wir es
uns heute vorstellen können. Es ist einfach unmöglich,
dass wir die Erde grenzenlos unbestraft ausbeuten können.
Die Erde braucht uns nicht, wir aber brauchen sie. Und sie
wird reagieren. Zum Beispiel - wie zurzeit - durch immer mehr
und immer stärkere Hurrikans. Den brutalsten Eingriff
in Naturkreisläufe erlauben wir uns seit Jahrzehnten
durch unsere katastrophale Energiepolitik. Wir verbrennen
in wenigen Jahrzehnten, was die Natur in circa 2 Milliarden
Jahren an Kohle, Gas und Erdöl angesammelt hat.
Oder: Um Atomstrom zu produzieren, nehmen
wir in einer einzigen Generation Atommüll in Kauf, der
noch mehrere hunderttausend Jahre nach uns durch giftige Strahlungen
künftige Generationen belasten und ihnen riesige Kosten
aufladen wird. Motto: nach uns die Sintflut! Und jetzt kommen
zusätzlich noch die Auswirkungen der Gen-Techniker hinzu.
Aber gegenüber der Primitiv-Euphorie
der Gentechnik - zum Beispiel durch Gentechnik könnten
wir den Welthunger besiegen - gilt das Naturgesetz: Wir können
die Natur niemals verbessern - umgekehrt gilt: Wir können
ewig von ihr lernen und dadurch eine bessere Welt organisieren
helfen.
Genetiker spielen Schöpfung und Schöpfer, sie wollen
die Natur verbessern. Sie wollen größer sein als
Gott, der nach ihrer Meinung einiges falsch gemacht hat.
Hinter der Gentechnik steht - wieder einmal
- menschlicher, überwiegend männlicher Größenwahn
und die Gier nach Geld. Die möglichen Folgekosten werden
dabei einfach ausgeklammert, ähnlich wie schon bei der
Atomenergie.
Was wollen wir ?
Natürlich können wir heute den
Mais und den Reis, Hauptnahrungsmittel der Menschheit, gentechnisch
verändern. Ein herbizid-resistenter Mais ist freilich
nur scheinbar ein Vorteil. Denn es gibt eine Insektenart,
nämlich der Maiszünsler, der dabei ausstirbt. Wenn
aber das geschieht, werden andere Schmetterlingsarten aussterben
und danach werden bestimmte Vogelarten aussterben. Und danach?
Wo ist das Ende des Artensterbens?
Leben ist nur in Vernetzung möglich
und deshalb sterben viele Arten, wenn eine Art stirbt. Die
Geschwindigkeit des Artensterbens ist heute etwa tausend mal
schneller als vor 200 Jahren.
Der Betriebsvorteil der Agrarindustrie durch
Gen-Manipulation steht in keinem Verhältnis zu den heute
schon bekannten und erst recht zu den noch unbekannten Folgen
menschlicher Eingriffe in die Keimbahnen des Lebens.
Hasen sterben, Rehe werden blind
Absehbar ist, dass Gentechnik schon mittelfristig Bio-Landwirtschaft
unmöglich macht. Wenn nämlich neben dem Genmais-Feld
ein Biobauer Bio-Mais anbaut, wird sehr wahrscheinlich der
Wind dafür sorgen, dass sich der genveränderte Mais
auch auf dem Acker des Biobauern ausbreitet. Danach kann der
Biobauer dicht machen, denn seine Ernte darf nicht genverändert
sein.
Wollen wir das?

Schon vor 20 Jahren haben wir im Fernseh-Magazin
"Report" aufgezeigt, dass der damals hoch gepriesene
genveränderte Doppel-Null-Raps dazu führt, dass
Hasen sich davon angezogen fühlen und ihn besonders gern
fressen. Viele Hasen sind gestorben und viele Rehe wurden
blind, weil der genmanipulierten Pflanze bestimmte Bitterstoffe
fehlen.
Heutige Gentechnik ist so, als würden
wir im Nebel mit 220 km/h über die Autobahn rasen. Wer
so fährt, riskiert nicht nur sein eigenes Leben, sondern
auch das seiner Zeitgenossen. Wir glauben, da seien keine
Hindernisse, nur weil wir sie im Nebel gar nicht sehen können.
Unsere Erde ist keine Maschine, sondern ein
Organismus - ein lebendiges System, ein Ökosystem so
wie Sie oder ich. Und jedes lebendige System ist etwas Göttliches.
Für Indianer ist alles Leben heilig und göttlich,
jedes Tier, jede Pflanze und auch der Mensch.
Wenn ein Indianer einen Baum fällt,
weil er ihn braucht, um ein Boot daraus zu bauen, dann bittet
er zuvor den Baum bei Tanz und Gesang um Verzeihung. In Nordjapan
bitten auch heute noch Fischer, bevor sie frühmorgens
aufs Meer zum Fischen fahren, die Fische um Vergebung. Ehrfurcht
vor dem Leben. Das ist wohl auch der tiefere Sinn des Tischgebets
vor oder nach dem Essen.
Die Weisheit der Natur ist genial. Diese
Firma funktioniert seit einigen Milliarden Jahren und hat
noch nie Bankrott gemacht - von Menschen geleitete Firmen
machen jedoch ständig pleite. Eine deutsche Firma existiert
zur Zeit im Schnitt etwa 20 Jahre. Der Firma Natur können
wir vertrauen, wenn wir uns ihr gegenüber anständig
benehmen. Im Gegensatz zu allen anderen uns heute bekannten
Planeten lebt unser Heimatplanet Erde. Alle übrigen Planeten
sind tot wie ein Stein.
Welche Ethik kann uns retten ?

Nur eine Ethik, welche die gesamte Natur
und alles Leben und nicht nur den Menschen im Blick hat.
Auch wir leben von der Natur. Pflanzen und
Tiere sind unsere älteren Geschwister. Wir Menschen brauchen
die Weltmeere und ihre Korallenbänke, das Polareis und
Naturschutzgebiete ebenso wie die tropischen Regenwälder.
Wir brauchen die Natur, um uns selbst zu verstehen und zu
lieben. Erst danach können wir wirklich mitarbeiten an
der Bewahrung der Schöpfung.
Am 21. Oktober titelte die "tz"
: "Regenwaldzerstörung noch schlimmer als geglaubt"
und fragte zu Recht: "Was tun wir unserer Erde an?"
Die Antwort: In den letzten 50 Jahren haben wir die Hälfte
der Regenwälder bereits abgeholzt.
Der Regenwald aber ist die Lunge der Erde.
Wir leben bereits mit nur noch einem Lungenflügel. Wenn
das noch mal 50 Jahre so weiter geht, ist auch der zweite
Lungenflügel dieses Planeten vernichtet. Aber genau in
diese Richtung läuft es zur Zeit: Jährlich holzen
wir 16 Millionen Hektar Regenwald ab. Das ist die Größe
einer halben Bundesrepublik. Nicht die Natur, der Mensch zerstört
die grüne Lunge seines Heimatplaneten und damit sich
selbst. Erst stirbt der Regenwald, dann die Tiere und dann...
Leicht gekürzter
Artikel
von Franz Alt
Zugesandt von Walter Koren / Camelot - Verein zur Förderung
von Respekt und Achtung gegenüber der Schöpfung
/ A-4863 Glanz
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