| Sexualität
"Man
kann die Liebe mit einem Baum vergleichen, dessen Wurzeln die Sexualität
darstellt.
Diese Wurzeln sind zutiefst in den Menschen
eingegraben, man kann sie nicht ausreißen und man darf auch
nicht versuchen sie auszureißen:
Sie sind unverzichtbar, so wie die Wurzeln für den Baum unverzichtbar
sind.
Nur muss man weitergehen, sich nach oben
begeben, in den Stamm, die Äste, die Blüten und die Früchte.
Die Blüten und Früchte stellen die Gaben der Liebe dar.
Die spirituellste Liebe erhält ihren
Elan von der Sexualkraft, aber man muss lernen, wie man sie kultivieren
kann, man muss sie begießen, sie vor Ungeziefer und Gewittern
schützen.
Wenn ihr die Früchte dieses Baumes,
der Liebe, kostet, werdet ihr wissen, dass es die Früchte der
Unsterblichkeit und des ewigen Lebens sind."
Omraam Mikhaël
Aïvanhov
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Ein Staudamm hindert das
Wasser nicht am Fließen.
Wer in einen Fluss einen Damm baut, weiß,
dass er andere Abflusswege bereitstellen muss, sonst wird das Wasser
eines Tages überlaufen und alles mit sich reißen.
Nun, für den Menschen gilt das Gleiche: Wenn er seine Instinkte,
und vor allem den Sexualinstinkt, verdrängen will, häufen
sich in seinem Unterbewusstsein die Spannungen an und es kommt ein
Augenblick, wo sie alles mit sich reißen.
Man soll seine Energien nicht verschwenden,
aber auch nicht blockieren. Die Lösung besteht darin, ihnen
einen Weg zu bahnen, damit sie alle unsere Felder bewässern
können, so wie die Ägypter in der Vergangenheit Gräben
zogen, damit die Wasser des Nils ihr Land fruchtbar machen konnten.
In Wirklichkeit hat die Natur selbst im Menschen bereits Kanäle
angelegt, dank derer die sexuellen Energien zum Gehirn gelenkt werden
können.
Nur weil die Anatomiegelehrten sie noch nicht entdeckt und beschrieben
haben, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt. Es ist also
an euch, sie zu entdecken und daran zu arbeiten, jeden Tag klarer,
intelligenter und schöpferischer zu werden."
*Omraam Mikhaël Aïvanhov*
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Zum Nachdenken
Wenn wir uns vergegenwärtigen,
daß die Sexualenergie die Triebkraft der gesamten Evolution
ist, wird damit klar welche Bedeutung diesem Thema beigemessen werden
darf
und welche Auswirkungen die irreführenden Informationen zu
diesem Thema bei den Menschen haben.
SEX MACHT SCHLAU - WIR VERMITTELN LEHRER FÜR DEN NACHHILFEUNTERRICHT
damit die Liebe bleibt, die Ehen nicht zerbrechen und Kinder nicht
abgetrieben werden, weil ein Auto oder eine Karriere wichtiger erscheint
und Sie sich jeden Tag eine neue Chance geben, das Leben und seine
Größe zu verstehen.
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Frühkindliche
Forscherpersönlichkeit
Wilhelm
Reich und die Kinder
Reich hatte zeit seines Lebens besondere Sympathie für und
besonderes Interesse an Kindern. Kinder bedeuteten neues, unverdorbenes
Leben. In den Kindern sah er die Hoffnung für die Zukunft schlechthin.
Die Psychotherapie hielt er für zu kompliziert und zu aufwendig,
um die gesamte Menschheit aus der Falle der emotionalen Verkrüppelung
befreien zu können. Wenn es gelang, die kommende Generation
unbeschädigt großzuziehen, war die Menschheit gerettet.
Er ergriff Partei für die sexuelle Freiheit der Kinder und
Jugendlichen, in deren Unterdrückung er den Hauptmechanismus
der kulturellen Weitergabe der sexual- und lustfeindlichen Charakterstruktur
sah. Er war der Meinung, daß das naturgemäße Sexualverhalten
von Kindern in unserer Kultur nicht zu beobachten sei und daß
dessen wissenschaftliche Erforschung notwendig sei.
Das psychoanalytische Konzept der kindlichen
Sexualität, das die Genitalität als relativ spätes,
aus "Partialtrieben" zusammengesetztes Produkt betrachtete,
hielt er, nachdem er sich von der Freudschen Schule gelöst
hatte, für falsch. Reich nahm an, daß es eine primäre
frühkindliche orale Phase gab, deren hauptsächliche Sexualäußerung
der Stillvorgang war, wobei sich kindlicher Mund und mütterliche
Brust gegenseitig erregten und es zum kindlichen oralen Orgasmus
kam. Nach dieser Phase erfolgte der Übergang zur genitalen
Phase, wenn die kindliche Entwicklung nicht gestört wurde,
z. B. durch eine frustrierende Sauberkeitserziehung, die dann anale
Interessen explodieren ließ. Mädchen und Jungen begannen,
sich für ihre eigenen Genitalien und für die ihrer gegengeschlechtlichen
Spielgefährten zu interessieren, wenn sie von den Erwachsenen
nicht gestört wurden. "Gestört" meint hier nicht
nur eine strafende Intervention. Das negative Gefühl der Eltern,
Angst, Entsetzen, Haß, wirkt vollkommen gleichwertig. Bereits
im Krabbelalter gab es gegengeschlechtliche Liebesbeziehungen. Als
Quelle der Erkenntnis wurden u. a. die Felduntersuchungen des Psychoanalytikers
und Ethnologen Bronislaw Malinowski herangezogen, der das Geschlechtsleben
der Trobriander, eines sexualbejahend lebenden Stammes auf einer
Inselgruppe in Südwest-Melanesien, studierte und dokumentierte.
Die von der Psychoanalyse postulierte Latenzphase der Sexualentwicklung
war nach Reichs Ansicht ein künstliches Produkt. Die kindliche
Sexualphase ging natürlicherweise kontinuierlich in die Pubertät
und schließlich in die erwachsene Sexualität über,
wobei deren emotionale Bedeutung ständig anstieg und schließlich
ab der Pubertät zum Geschlechtsakt führte. Reich forderte
die aktive Unterstützung (nicht nur die Duldung) des Liebeslebens
Jugendlicher durch Bereitstellung von Verhütungsmitteln und
geeigneten Räumlichkeiten. Dies war zentrale Forderung von
Reichs Sexualpolitik Ende der zwanziger Jahre.
Ausblick
Der Leser, bei dem eine gewisse Sympathie für Wilhelm Reich
geweckt worden ist, wird sich die Frage stellen, warum Reich nicht
berühmt ist, warum er nicht in der Öffentlichkeit diskutiert
wird, warum er nicht den Nobelpreis erhalten hat, u.s.w. Am Anfang
seiner Karriere war Reich durchaus im Zentrum der gesellschaftlichen
Aufmerksamkeit. Seine wissenschaftliche Entwicklung hat ihn aber
immer weiter von der Gesellschaft entfernt, ohne dass das seine
Absicht gewesen wäre. Er musste es durchaus mit Entsetzen konstatieren,
aber er hat sich nicht von seinem Weg abbringen lassen, sondern
er hat sich damit intellektuell auseinandergesetzt. Die Reaktion
der Gesellschaft auf Reichs Erkenntnisse kann man vergleichen mit
der Reaktion einer geologischen Formation auf eine zu Forschungszwecken
herbeigeführte Sprengladung. Die zurücklaufenden Druckwellen
offenbaren die innere Struktur der Formation, die dem bloßen
Auge verborgen ist.
Es spricht sehr für die Vitalität von Reichs Werk, dass
es der offiziellen Wissenschaft noch nicht gelungen ist, es in ihr
Schubladensystem einzuordnen. Auf diese Weise wäre die emotionale
Erregung und das Entwicklungspotenzial, die es beinhaltet, am Zuverlässigsten
ausgeschaltet. Schüler würden bestraft werden und eine
entsprechende Hassreaktion entwickeln, wenn sie nicht innerhalb
von 5 Sekunden die sieben Segmente hersagen könnten, in die
Reich den Menschen eingeteilt hat, wobei sie aber nicht wissen müssten
oder wissen dürften, welche Emotionen im Beckensegment entstehen.
Der Gründer der Summerhill School und Freund Reichs A. S. Neill
hat gesagt, daß die zwangsweise und verfrühte Konfrontation
der Kinder mit den Erkenntnissen der Wissenschaft die Funktion hat,
diese von einem wirklichen Verstehen und Anwenden abzuhalten.
Wie wird sich die Menschheit weiterentwickeln? Können die Blutbäder
und die Massenmorde des 20. Jahrhunderts in Zukunft verhindert werden,
oder kommt es noch schlimmer? Wer kann es wissen? Die Erkenntnisse
Wilhelm Reichs werden auf jeden Fall einen Beitrag in die positive
Richtung leisten, auch wenn sie momentan kaum wahrgenommen werden.
Sie vermehren sich und reifen derzeit im Verborgenen.
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Olga Hoch -
Forschung und Vernetzung |
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